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Ancohuma wär a Traum

 


Ort: Cordillera Real / Sorata / Bolivien
Zeit: 24.09. - 01.10.2009
Aktivität: Versuch der Besteigung des Ancohuma (6427m)
Dabei: José, tres Mulas y tres Portatores
Inside: Bericht und Bilder


Die Vorgeschichte:

"Der Ancohuma wär schon ein Traum" höre ich mich sagen als ich mit Robert Rauch in einem kleinen Restaurant in La Paz Lama Steaks esse. Wir haben uns spontan verabredet um zu sehen, ob er noch Trekking- oder Bergtouren für mich organisieren kann. Meine Fernreisen sind für mich ein unschätzbarer Luxus. Diesmal sind es fünf Wochen in denen ich tun und lassen kann was ich will, wenn es sein muss auch gar nichts. Lediglich die Flüge stehen fest. Keine Uhrzeiten und Termine die mein tägliches Handeln vorbestimmen. Das einzige was ich mir im Vorfeld genauer überlegt habe ist, dass ich diesmal den Schwerpunkt auf das Wandern und Bergsteigen legen will.


Zusammen mit Robert gehe diverse Tourmöglichkeiten durch. Der Ancohuma, mit 6427m der dritthöchste Berg Boliviens, hat bereits im Vorfeld meine Aufmerksamkeit erregt. Er ist nicht einfach zu haben, man muss sich schon mindestens 4 Tage Zeit nehmen um rauf und wieder runter zu kommen. Dafür sind die technischen Schwierigkeiten nicht allzu hoch. Die leichteste Route an diesem Berg hat Yossi Brain mit PD, wenig schwierig, bewertet. Also ungefähr so schwierig wie der Grossvenediger, lach. Für mich als Liebhaber des Außergewöhnlichen und Interessent an der Campingbergsteigerei scheint dies also der ideale Berg zu sein. Bisher gab es für alle Berge die ich bestiegen habe eine Hütte und ich will jetzt auch mal wissen, wie es ist mit Zelten und dem ganzen Aufwand an so einem großen Berg unterwegs zu sein. Auch Robert passt das ganz gut. Er hat lange Jahre in Sorata, dem Ausgangspunkt für die Besteigung, gewohnt. Außerdem lässt sich der Berg bestens mit einer sehr interessanten Trekkingtour, dem Illampu Circuit, verbinden. Dieses Trekking wird ebenfalls von Sorata aus angegangen und umrundet das Illampu-Ancohuma-Massiv, so kann ich meinen Mountain Guide und die Berge schon durch das Akklimatisierungstrekking kennen lernen.

Nach ein paar kurzen Telefonaten ist dann auch schon der Guide gefunden und der grobe Plan gestrickt. Ich liebe solch schnelle und pragmatische Lösungen. Schon sind wir auch in Roberts Auto zu Christian Men vom Andean Base Camp unterwegs. Ich habe zwar eine komplette Trekkingausrüstung zum Solotrekking dabei, jedoch keinerlei Ausrüstung für das technische Bergsteigen. Zusammen suchen wir also Pickel, Plastikstiefel, Gurt, Steigeisen und was man am Gletscherberg für Gedöns braucht aus. An Christians Laden habe ich noch gute Erinnerungen. Vor ziemlich genau zwei Jahren hatte ich mir damals die Ausrüstung für die zweite Hochtour meines Lebens geliehen. Er hat mich damals sehr gut beraten, ich hatte ja keine Ahnung von nix. So konnte ich damals mit dem Huyna Potosi erstmals einen Sechstausender erfolgreich besteigen.

Bei meiner ersten Hochtour, damals auf den Chimborazo in Ecqador war ich noch bei ca. 6000m gescheitet. Heute ist es anders, inzwischen habe ich in Deutschland eine Hochtouren- und Kletterausbildung gemacht und in den Alpen selber Hochtourenerfahrungen gesammelt, kenne den Krempel den man braucht also. Robert und Christian kennen sich ebenfalls, so ist es ein bisschen wie ein Zusammentreffen unter Freunden. Da ich die Sachen für das Bergsteigen erst nach dem Trekking brauche handeln wir mit Christian aus, dass er es erst mal zwischenlagert und eine Bekannte von Robert die Sachen bei Bedarf nach Sorata fährt. Robert lässt es sich nicht nehmen mich trotz knapper Zeit persönlich nach Sorata zu fahren und mich dem José für die Trekkingtour vorzustellen. Siehe dazu den Bericht zum Illampu Trekking.

 

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