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Dhaulagiri Circuit - Teil 1

 


Ort: Dhaulagiri Himal / Nepal
Zeit: 17.10.-01.11.2011
Mit: Matthias
Aktivität:
Expeditionsartiges Trekking (Dhaulagiri Umrundung)

Inside: Bericht & Bildergallerien


Ein paar Worte vorab


Zeit eine Reise zu tun. Zeit Neues zu entdecken. Als Bergsteiger hat man dann schnell Nepal im Visier. Doch die Auswahl an Treks ist groß und ich kenne mich nicht aus. Das Everest Gebiet fällt in der Peak-Season aus. Zu viele Touristen, geht nicht. Schnell haben wir uns auf den Tek zum Kanchenjunga Base Camp oder die Dhaulagiri-Umrundung eingeschossen. Für den Trek zum Kanchenjunga ist das Zeitfenster recht knapp, die Wahl fällt schließlich auf die Runde um den Dhaulagiri. Mit 8167m ist dies der siebt höchste Berg der Erde.

Mit Matthias habe ich diesmal einen umgänglichen und sehr erfahrenen Tourenpartner. Wir sind beide viel in den Bergen unterwegs, beide schon viel gereist und waren auch beide schon in Höhen über 6000m vorgedrungen. Es darf also eine anspruchsvolle Tour sein, etwas kribbeln. So sollte es dann auch sein.

Anders als auf vielen anderen Treks in Nepal stehen bei der Dhaulagiri Umrundung keine Lodges zur Verfügung. Es ist also ein klassisches sebstverpflegtes Trekking. Aufgrund der Dauer und des Höhenanspruchs wird der Trek typischerweise im Stil einer Expedition ausgeführt. Das heißt die Touristen werden Guides und Trägern begleitet, Touristen tagen nur Tagesgepäck. Die Begleitmannschaft kann da schon mal ein vielfaches größer sein, als die Zahl der Trekker.

Rein grundsätzlich ist es auch möglich, den Trek selbstständig ohne Unterstützung durchzuführen. Dazu gibt es Berichte und entsprechende Trekker sind uns begegnet. Ich bin viel, auch alleine, in den Bergen unterwegs und habe schon etliche Solotreks gemacht, doch hier würde ich deutlich davon Abstand nehmen. Zu groß sind die Entbehrungen, zu sehr wird der Genuss geschmälert und zu hoch ist das Risiko. Der Trek ist ernst.

Folglich bleibt uns die Wahl zwischen einem renommierten Reiseveranstalter mit Komplettpaket und einer lokalen Agentur. Wir entschließen uns für die zweite Variante. Es ist genügend Zeit für die Organisation und sind beide erfahren genug auch bei nicht komplett optimierter Organisation und Betreuung zurecht zu kommen. Außerdem bietet dies offensichtliche Vorteile. Der Preis wird günstiger, da kein Deutscher Overhead bezahlt werden muss. Wir bezahlen lokal einen fairen Preis, so dass im Endeffekt auch der Deal fuer die Gegenseite in Ordnung ist. Außerdem sind wir nur zu zweit als Touristen unterwegs, auf Tour also deutlich flexibler. Abstriche muss man natürlich auch machen, so haben wir kein Satellitenteflon für Notfälle bereit. Auf das Gemeinschaftszelt mit Tischen und Stühlen, sonst üblich, verzichten wir liebend gern. Wir wären sogar dagegen.

Es ist nicht nur das Fehlen von Führerlitertur und Wegweisern, die der Umrundung ihren Anspruch verleihen. Viel mehr ist es die Art der Tour. Die Verpflegung ist schwierig, Trinkwasser muss abgekocht oder behandelt werden. Geht es zunächst noch über Kleinbäuerliches Ackerland in den tief eingeschnittenen Bergtälern, so kommt man bald Tage später durch Urwald in den alpinen Bereich. Pässe weit über 5000m sind zu absolvieren. Dabei erfolgt die Akklimatisierung auf dem Trek, die Starthöhe beträgt gerade mal 900m über dem Meeresspiegel.

Eine unzureichende Akklimatisierung kann einem später nicht nur ordentlich zu schaffen machen, sondern ein wirkliches Problem werden. Die einfache Flucht nach unten, bei Höhenbeschwerden unabdingbar, ist auf Teilen des Treks schlicht nicht möglich. Zudem kommen im alpinen Bereich der Tour objektive Gefahren hinzu. Abhängig von den Bedingungen herrscht vor allem oberhalb des Italian Base Camps Lawinen- und Steinschlaggefahr. Die hohen Pässe sind oft Sturmwinden und manchmal auch Wintereinbrüchen mit meterhohem Schnee ausgesetzt. Harmlose Pfade verwandeln sich bei Neuschnee in Rutschbahnen über Abgründen.

Entsprechend froh waren wir über unsere erfahrene und Sicherheit bietende Begleitmannschaft. Wir hatten mit allen Umständen auf der Tour Glück und keine Probleme, so dass die Unternehmung für uns im wesentlichen sehr genussvoll war. So wurde die Tour am Ende fuer mich eine der eindrücklichsten aber auch angenehmsten Bergerlebnisse bisher. Eine faszinierende Reise durch ein sehr ursprüngliches Nepal.


Nepal Übersicht:

Dhaulagiri Circuit Übersicht:

 

[maps erstellt mit www.stepmap.de]

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