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Mönch und Jungfrau

 


Ort: Schweiz / Berner Alpen
Zeit: 25.08.-27.08.2012
Aktivität: Hochtouren
Mit: Thomas
Inside: Bildergalerien & Kurzbericht


 

Should I stay or should I go now?


Es war klar, es sollte eine 4000er AD Tour her. Die Planungen waren eher kurzfristig. Macht nichts, das Wetter macht ja schließlich auch was es will. Langes hin und her. Gutes Wetter, schlechtes Wetter. Wallis, nein, lass uns zu Hause bleiben. Samstag ist schlecht. Dann der ultimative Plan: Montag statt Freitag, Berner statt Wallis.

Wir kriegen die Kurve, das umgeschaltete verlängerte Wochenende bietet ein vernünftiges Wetterfenster und die Berner genügend Spielplatz. Auf Ihrer Nordseite liegen schöne 4000er, alle mit verhältnismässig kurzen Anstiegen - vorrausgesetzt man nimmt das Geld für die Jungfraubahn in die Hand. Es ist ein leichtes sich die Karte zu kaufen, doch Berge ohne technische Schwierigkeiten gibt es hier keine. Selbst die leichteste Beute, der Mönch, setzt einem einen PD+ Anstieg entgegen. Neben dem objektiven technischen Schwierigikeiten kommen die Launen der Natur dazu: Eisglasierter Fels und Aprilwetter mitten im August.

Am Ende geht die Rechnung auf: Der Montag kommt mit bestem Wetter daher! Mit übschaubaren Zeitaufwand können wir uns der Jungfrau widmen. Fels und Eis in einer AD Kombi. Ein perfekt kurzweiliger Berg, die Anspannung lässt nur auf wenigen Abschitten nach. Dazu ein unglaubliches Ambiente: Erst das nahe Umfeld: Jungfraufirn, der beeindruckende Aletschgletscher, all die Haifischrücken der Berner, schließlich ein Weitblick vom Mont Blanc bis zun Bernina. 300km Sichtweite Traumberge. Ein Wahnsinn. Auf der anderen Seite das dreitausend Meter tiefer geliegende Grindelwald.


Dabei kommen wir uns vor wie im Zeitraffer. Kurzweilig durchklettern wir Fels, gehen steile Firnabschnitte hinauf, queren Firnflanken und kraxeln wieder im Fels. Dann der Gipfel, wow viel Platz und diese unendliche Aussicht. Dann wieder runter. Abseilen entspannt kurzzeitig von der unendlich konzentrieten Abkletterei. Am Rottalsattel entscheiden wir uns für den Direktabstieg. Steil geht es den Firn hinunter. Beeindruckende Seracs drohen über uns, aus der Ostwand ist für uns unkritisch eine stete Steinschlagaktivität zu vernehmen. Auf dem Junfraufirn dann endlich wieder Entspannung. Doch die Augustsonne treibt uns den Schweiss aus allen Poren. Endlich ist ein Zwischenziel erreicht: das Jungfraujoch.

Der physischen Entspannung wird eine psychische Anspannung entgegengesetzt. Dieser Ort könnte auch irgendwo in Asien sein. Japaner, Koreaner, Inder und dazwischen ein paar westliche Gesichter. Geduldig beantworten wir Fragen zu unserer Ausrüstung und den umliegenden Bergen. Schließlich steigen wir Bergsteiger als komische Sonderlinge in die Bahn. Um uns perfekt gepflegte und gezupfte Körper. Wir als stinkende und unrasierte Bersteiger. Wer ist denn nun fremder? Die Bergsteiger in den Bergen oder die Touristen unter den Touristen?

In Grindelwald Grund steigen wir aus der Bahn. Alles Abenteuer hat ein Ende und wir eilen nach dem 4000er am Morgen dem trauten Heim entegegen. Am Morgen auf der Jungfrau, in der Nacht im eigenen Bett. Sorry Kerstin, dass es am Ende organisatorisch nicht geklappt hat...

Danke noch der Katarina und Kollegin sowie dem Koch für einen angenehmen und kurzweiligen Aufenthalt auf der Mönchsjochhütte!


Samstag (25.08.): Anreise und Auffahrt zur Mönchsjochhütte.



Sonntag (26.08.): Mönchsjochhütte (3627m) / Südostgrat (Normalweg) / Mönch (4107m) / zurück über Aufstiegsroute
Auf: 500m Ab: 500m
Schwierigkeit: PD+ / 35° / II



Montag (27.08.): Mönchsjochhütte (3627m) / Jungfraufirn / Rottalsporn / Rottalsattel / Südostgrat (Normalweg) / Jungfrau (4158m) / Rottalsattel / Direktabstieg vom Rottalsattel nach Nordost / Jungfraujoch (3471m)
Auf: 1000m Ab: 1000m
Schwierigkeit: AD  / 55° / III




Links:
Jungfraubahn
Mönchsjoch Hütte
Rother Hochtouren Westalpen (Führer)
admin.ch (interaktive Topokarte mit Luftbildoption, auf die Region gesetzt)

 

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